Kavaliersschmerz – eine Männersache

Kavalierschmerz

Sex ist die schönste Nebensache der Welt … es sei denn, irgendetwas klappt nicht so, wie es soll. Die Schwierigkeiten bei einer erektilen Dysfunktion belaufen sich zumeist darauf, dass keine ausreichende Erektion stattfindet, dass diese nicht lang genug anhält und dass kein Orgasmus erreicht werden kann. Allerdings können Erektionsschwierigkeiten sich auch ganz anders darstellen. Was passiert zum Beispiel, wenn ein Mann zwar eine Erektion bekommt, der Höhepunkt jedoch auf lange Zeit ausbleibt? Dieser Zustand kann eventuell zu Kavaliersschmerz führen.

Der Begriff klingt unangenehm und auf eine gewisse Weise beschönigend zugleich. Ursprünglich stammt die Bezeichnung von dem Zusammenhang her, dass ein Mann bemüht ist, den eigenen Orgasmus zugunsten der Partnerin oder des Partners hinauszuzögern. Was auf eine rücksichtsvolle und vornehme Charaktereigenschaft schließen lässt, kann für den Betreffenden zu unangenehmen Konsequenzen führen.

Doch Kavaliersschmerzen können nicht nur unerwartet auftreten als Ergebnis einer zu lang anhaltenden Erektion. Bestimmte sexuelle Spielarten zielen ganz explizit darauf ab, eine möglichst lange Erektion zu erhalten und den Höhepunkt hinauszuzögern. Durch die Nutzung von Hoden- und Penisringen ist es beispielsweise teilweise möglich, einen über Stunden anhaltenden steifen Penis zu erreichen.

Was im ersten Moment einvernehmlich und lustvoll begonnen hat, kann nach einiger Zeit ohne Ejakulation jedoch zu heftigen Schmerzen entwickeln. Diese entstehen, weil die entsprechende Muskulatur im männlichen Unterleib, die für Samenerguss und Höhepunkt verantwortlich sind, durch die ungewöhnliche Beanspruchung sehr stark belastet werden. Auf natürliche Weise besteht ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen sexueller Erregung und Orgasmus, worauf das zentrale Nervensystem, die jeweilig beteiligten Organe und insbesondere die Muskeln eingestellt sind.

Kavaliersschmerz – Unangenehm aber unbedenklich

Bleibt eine Erektion über sehr lange Zeit erhalten, ohne dass ein Samenerguss stattfindet, beginnt die Muskulatur der Samenwege sich zu verkrampfen. Diesen Zustand nehmen Betroffene als anschwellenden Schmerz im Unterleib und in den Hoden wahr. Ändert sich der Zustand nicht, kann es auch zu einer leichten, bläulichen Verfärbung der Hoden kommen. Der Volksmund hat auf diesen Umstand reagiert und man spricht von blauen Hoden.

Diese Situation ist unter medizinischer Betrachtung gesehen nicht dramatisch und bedingt im Normalfall keine ärztliche Behandlung. Mit erreichen des Höhepunkts und dem Nachlassen der Erektion sollte der Schmerz zügig wieder verblassen. Damit ist bereits nach wenigen Minuten zu rechnen, spätestens jedoch nach wenigen Stunden. Aus medizinischer Sicht sind Kavaliersschmerzen unbedenklich. Sollten die Symptome jedoch nicht vollständig nachlassen, stellen sich weitere Komplikationen ein oder bleibt auch die Erektion bestehen, ist zur Sicherheit medizinische Kontrolle und Hilfe der beste Rat.