Kurzantwort: Potenzprobleme können körperliche, psychische und partnerschaftliche Ursachen haben. Treten Erektionsstörungen wiederholt über mehrere Wochen auf oder verursachen Leidensdruck, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Häufig lässt sich die Situation mit einer passenden Kombination aus Behandlung der Ursache, Lebensstiländerungen und gezielter Therapie verbessern.
Was bedeutet „Potenzproblem“?
Der umgangssprachliche Begriff kann Schwierigkeiten beim Erreichen oder Halten einer Erektion, vermindertes sexuelles Verlangen oder Probleme mit der Ejakulation meinen. Diese Beschwerden sind nicht dasselbe und benötigen unterschiedliche Diagnostik. Eine erektile Dysfunktion liegt nicht schon wegen eines einzelnen erfolglosen Versuchs vor.
Häufige körperliche Ursachen
- Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette
- Diabetes und Nervenschäden
- Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen
- hormonelle Störungen, darunter ein echter Testosteronmangel
- Erkrankungen oder Operationen im Beckenbereich
- Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
Erektionsprobleme können ein frühes Zeichen für eine Gefäßerkrankung sein. Deshalb sollten Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko berücksichtigt werden.
Psychische und partnerschaftliche Faktoren
Stress, Leistungsdruck, Angst vor dem Versagen, Depressionen und Beziehungskonflikte können eine Erektion beeinträchtigen oder körperliche Ursachen verstärken. Schwankende Beschwerden, erhaltene nächtliche Erektionen und ein deutlicher Zusammenhang mit bestimmten Situationen können Hinweise liefern, ersetzen aber keine Diagnose.
Wie erfolgt die Diagnose?
Zu einer Basisabklärung gehören ein vertrauliches Gespräch, Angaben zu Medikamenten und Vorerkrankungen, eine körperliche Untersuchung sowie je nach Situation Blutdruck- und Laborwerte. Ärztinnen und Ärzte können standardisierte Fragebögen einsetzen und bei Bedarf weitere urologische, kardiologische oder hormonelle Untersuchungen veranlassen.
Welche Behandlungen helfen?
- Bewegung, Rauchstopp, Gewichtsreduktion und gute Behandlung von Grunderkrankungen
- PDE-5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil nach medizinischer Prüfung
- psychologische oder sexualtherapeutische Unterstützung, bei Bedarf gemeinsam mit der Partnerperson
- Vakuumerektionshilfen, Alprostadil oder andere ärztlich begleitete Verfahren
- bei ausgewählten Patienten operative Lösungen, wenn andere Therapien nicht helfen
PDE-5-Hemmer dürfen insbesondere nicht mit Nitraten kombiniert werden. Nahrungsergänzungsmittel unbekannter Herkunft sind kein gleichwertiger Ersatz für eine geprüfte Behandlung.
Häufige Fragen
Sind gelegentliche Erektionsprobleme normal?
Ja. Müdigkeit, Alkohol, Stress oder eine ungewohnte Situation können vorübergehend stören. Wiederkehrende Beschwerden sollten jedoch abgeklärt werden.
Zu welchem Arzt geht man bei Potenzproblemen?
Erste Anlaufstellen können Hausarztpraxis oder Urologie sein. Je nach Ursache kommen Kardiologie, Endokrinologie, Psychotherapie oder Sexualmedizin hinzu.
