Kurzantwort: Frei verkäufliche Wärme-, Massage- oder „Durchblutungscremes“ sind keine wissenschaftlich belegte Behandlung der erektilen Dysfunktion. Sie können ein Wärmegefühl erzeugen, beheben aber nicht automatisch eine Gefäßstörung im Penis. Arzneimittelhaltige Cremes sind davon zu unterscheiden und gehören in ärztliche Hände.
Warum ist die Durchblutung für eine Erektion wichtig?
Bei sexueller Erregung erweitern sich Blutgefäße im Penis, sodass sich die Schwellkörper mit Blut füllen. Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, erhöhte Blutfette und andere Gefäßerkrankungen können diesen Prozess beeinträchtigen. Eine Creme auf der Haut behandelt solche Ursachen in der Regel nicht.
Was leisten frei verkäufliche Cremes?
Produkte mit Menthol, Kampfer, ätherischen Ölen oder wärmenden Pflanzenextrakten können die Haut reizen oder vorübergehend warm erscheinen lassen. Daraus folgt keine gesicherte Verbesserung der Erektionsfähigkeit. Für kosmetische oder allgemein durchblutungsfördernd beworbene Salben fehlen belastbare klinische Nachweise bei erektiler Dysfunktion.
Arzneimittelhaltige Creme ist etwas anderes
Es gibt verschreibungspflichtige lokale Behandlungen mit gefäßerweiternden Wirkstoffen, beispielsweise Alprostadil. Anwendung, Eignung und Verfügbarkeit müssen ärztlich geprüft werden. Solche Arzneimittel sind nicht mit frei verkäuflichen Massagecremes gleichzusetzen und können Nebenwirkungen bei beiden Partnern verursachen.
Risiken im Genitalbereich
- Brennen, Rötung, allergische Reaktionen oder Schleimhautreizungen
- Übertragung reizender Inhaltsstoffe auf die Partnerin oder den Partner
- Beschädigung von Kondomen durch fetthaltige Bestandteile
- Verzögerung einer notwendigen medizinischen Diagnose
Verwenden Sie im Intimbereich nur Produkte, die ausdrücklich dafür vorgesehen sind, und beachten Sie die Gebrauchsinformation. Bei Schmerzen, starker Reizung oder Schwellung sollte das Produkt abgewaschen und medizinischer Rat eingeholt werden.
Was ist besser belegt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Dazu gehören die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker, Bewegung, Rauchstopp, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, psychologische oder sexualtherapeutische Unterstützung sowie ärztlich verordnete Medikamente und weitere urologische Verfahren.
Häufige Fragen
Kann Massage die Erektion verbessern?
Berührung kann Erregung und Entspannung unterstützen. Sie behandelt aber keine zugrunde liegende Gefäß-, Hormon- oder Nervenerkrankung.
Wann sollte man zum Arzt?
Bei wiederkehrenden, plötzlich auftretenden oder länger als einige Wochen bestehenden Erektionsproblemen. Eine frühe Abklärung kann auch Herz-Kreislauf-Risiken sichtbar machen.
Quelle
European Association of Urology: Management of Erectile Dysfunction
Diese Informationen ersetzen keine persönliche medizinische Beratung.
