Selbst wenn man körperlich gesund ist, können manchmal Erektionsstörungen während des Geschlechtsverkehrs auftreten. Oftmals liegt der Grund in solchen Fällen nicht im Körper, sondern vielmehr in emotionalen Faktoren, wie Angstzuständen, Erschöpfung oder innerer Anspannung. Das nennt man eine psychogene Erektionsstörung.
Vereinfacht gesagt: Der Körper ist nicht „kaputt“, sondern wird nur durch Stress beeinträchtigt, der seine natürlichen Reaktionen stört.
Eine der häufigsten Ursachen dafür ist der Druck von innen. Der Gedanke: „Ich muss das schaffen“ oder „Ich muss unbedingt erfolgreich sein“ macht aus der Intimität eine Prüfung und raubt ihr ihren natürlichen Charakter. Das führt zu Anspannung und dadurch verbundenen Problemen.
Meistens läuft es so ab:
Der Gedanke: „Ich darf dich nicht enttäuschen“
↓ Es entsteht Angst und Anspannung
↓ Der Körper wird gestresst
↓ Die normale Reaktion ist beeinträchtigt
Selbst negative Erlebnisse aus der Vergangenheit können einen großen Einfluss haben. Ein einmaliges Missgeschick kann sich festsetzen und die Angst vor einer Wiederholung hervorrufen. In der nächsten Runde ist man dann schon im Voraus besorgt, und genau diese Sorge verhindert wieder die Entspannung.
Ein Teufelskreis wird so geschaffen:
Eine negative Erfahrung
↓ Die Furcht vor einer Wiederholung
↓ Anspannung beim Geschlechtsverkehr
↓ Neue Herausforderungen
↓ Die Furcht nimmt zu
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist der permanente Stress und die mentale Überlastung. Arbeit, Sorgen, Müdigkeit und Ängste verschwinden nicht einfach so. Ein Geist, der ständig mit Problemen beschäftigt ist, erschwert es dem Körper, Ruhe, Genuss und Intimität zu finden.
Man kann es so darstellen:
Alltagsstress
↓ Anspannung
↓ Kein Empfinden von Entspannung und Geborgenheit
↓ Abnehmende Erregbarkeit
Gelegentlich sind Schwierigkeiten auch mit Selbstzweifeln verbunden. Gedanken wie „Reiche ich aus?“, „Ist alles in Ordnung mit mir?“ oder der Vergleich mit unerreichbaren Idealen können Ihr inneres Unbehagen verstärken und Sie daran hindern, zur Ruhe zu kommen.
Ihre Partnerschaft ist ebenfalls von Bedeutung. Intimität kann durch unausgesprochene Worte, Groll, Anspannung, emotionale Distanz oder die Furcht, missverstanden zu werden, beeinträchtigt werden.
Was geschieht im Körper?
In einem ruhigen Zustand entspannt sich der Körper, die Durchblutung verbessert sich und eine Erektion tritt auf natürliche Weise ein.
Zeigt man hingegen ängstliche Gefühle, wird die Stressreaktion des Körpers aktiviert. Der Körper scheint die Situation nicht als intim, sondern als einen angespannten Moment zu sehen, in dem man sich zusammenreißen und keinen Fehler machen sollte. In diesem Zustand können natürliche Abläufe gehemmt werden.
Aus diesem Grund können wir Folgendes feststellen:
Relaxation
↓ Der Körper empfindet Sicherheit
↓ Die Blutzirkulation wird besser
↓ Eine Erektion passiert auf natürliche Weise
Stress zeigt unterschiedliche Wirkungen:
Furcht und Anspannung
↓ Der Körper aktiviert den Verteidigungsmodus
↓ Eine Entspannung ist für den Körper schwerer
↓ Es wird schwierig, eine Erektion zu bekommen
Verschiedene Anzeichen deuten oft auf eine psychische Ursache hin. Wenn zum Beispiel die morgendlichen Erektionen weiterhin auftreten und im Privatleben normalerweise alles gut läuft, aber Schwierigkeiten speziell beim Geschlechtsverkehr mit dem Partner auftreten, ist es oft ein Zeichen, dass das Problem eher mit Angstzuständen als mit einer körperlichen Störung zu tun hat.
Was kann Unterstützung bieten?
Als ersten Schritt den inneren Druck abbauen. Es ist entscheidend, schrittweise von der Denkweise „Ich muss es perfekt machen“ zu einer entspannteren Sichtweise zu gelangen: Intimität ist keine Prüfung, sondern ein gemeinsamer Prozess, in dem Wohlbefinden, Vertrauen und Lust eine große Rolle spielen.
Es ist auch von Vorteil, die eigenen Gedanken zu bemerken und sie behutsam zu hinterfragen. Etwa:
„Ich darf keine Fehler machen.“ „Es ist okay, wenn ich nicht perfekt bin. „Ich kann lebendig, natürlich und echt sein.“
Viele Menschen empfinden schon Erleichterung, wenn sie erkennen, dass ihr Problem mit Stress und Angst zusammenhängt. Wenn die Schwierigkeiten immer wieder auftreten und sie erhebliche Angstzustände verursachen, ist es ratsam, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen: In so einer Situation kann professionelle Hilfe, die zudem vernünftig ist, eine große Wirkung haben.

